Bei falschem Umgang können soziale Netzwerke schnell zum Stolperstein für die eigene Online Reputation werden. Bei richtiger Anwendung sind sie aber auch ein perfekter und vor allem zeitsparender Weg um das eigene Bild im Internet zu steuern und eine positive Online PR aufzubauen. Für all diejenigen, die nicht bereit sind dutzende Online Profile zu steuern um in allen relevanten Netzwerken präsent zu sein stellt sich allerdings die Frage: In welchem Netzwerk melde ich mich an, wo investiere ich meine Zeit am sinnvollsten? Um die Fülle des Angebots einzuschränken empfiehlt sich zunächst ein Blick auf die Größe des Netzwerks – wo niemand außer mir ist wird auch niemand finden. Eine kleine Erhebung mit Hilfe von Alexa zeigt schnell die größten 10 Netzwerke in Deutschland (falls ich eines übersehen haben sollte: immer her mit den Kommentaren!):
| Platz | Name | Alexa Rang *Stand: 23.5.2008 | Bemerkung |
| 1 | studiVZ | 7 | Geschlossen für SuMa, “Spaß-Community” vor allem für Studenten |
| 2 | schülerVZ | 10 | Geschlossen für SuMa, “Spaß-Community” vor allem für Schüler, Registrierung NUR nach Einladung |
| 3 | MySpace | 14 | Offen für SuMa, richtet sich vor allem an Bands/Kreative |
| 4 | Wer-kennt-wen? | 21 | Geschlossen für SuMa, Registrierung NUR nach Einladung |
| 5 | 28 | Geschlossen für SuMa, amerikanisches Vorbild von StudiVZ, mittlerweile auch mit deutschem Ableger | |
| 6 | Lokalisten | 42 | Geschlossen für SuMa, starker “Offline”-Bezug mit regionaler Ausrichtung |
| 7 | Jappy | 59 | Geschlossen für SuMa, “Flirt-Community” |
| 8 | Kwick | 66 | Geschlossen für SuMa, “Flirt-Community” |
| 9 | Stayfriends | 93 | Teilweise offen für SuMa |
| 10 | 94 | Wahlweise offen für SuMa, “Business-Community” |
Um sich wirklich im Netz zu präsentieren ist eine Öffnung für Suchmaschinen letztlich unerlässlich. Nur so stellt man sicher, dass das eigene Bild im Netz nicht allein von der eigenen Community, mag sie auch noch so groß sein, wahrgenommen wird. Für die Crawler von Google & Co. öffnen sich allerdings allein MySpace, Stayfriends und Xing.
Für welche der Communities ich mich entscheide hängt letztlich von der eigenen Zielsetzung ab: Myspace richtet sich als Plattform vor allem an Musiker, bietet die Möglichkeit Musik-Livestreams einzurichten und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten die eigene Seite mit ein paar HTML-Kenntnissen zu gestalten. Dadurch wird aber auch das Umfeld der eigenen Seite nahezu unkontrollierbar und eignet sich damit nur bedingt für eine seriöse geschäftliche Online PR (vgl. z.B. einen Bericht des WDR).
Stayfriends hingegen wendet sich an die praktisch allgemeingültige Zielgruppe der ‘Schulabgänger’, orientiert sich aber auch bei der Gestaltung der eigenen Profilseite sehr stark an dieser Zielgruppe – hier können nur wenige Stammdaten zu Adresse, Beruf und ehemaliger Schule angegeben werden. Ein umfassenderes persönliches Bild kann man damit allerdings nicht aufbauen.
Xing hingegen spezialisiert sich auf den Aufbau eines beruflichen Netzwerkes, was sich auch in den Möglichkeiten der eigenen Profilseite wiederspiegelt. Hier hat jeder die Möglichkeit den eigenen Karriere- und Ausbildungsweg darzustellen. Ideal also um die eigene Online Reputation für die Karriereplanung zu nutzen.
Neben diesen etablierten Netzwerken gibt es mittlerweile auch Plattformen, die sich auf die Gestaltung einer eigenen Online Reputation spezialisiert haben. Im deutschsprachigen Raum sind hier vor allem Yasni und myOnID hervorzuheben. Beide bieten die Möglichkeit ein eigenes Profil anzulegen und konzentrieren sich hier ähnlich wie Xing vor allem auf berufliche Daten – allerdings mit einer geringeren Informationstiefe. Entscheidender Mehrwert ist die Möglichkeit dem eigenen Profil Suchmaschinen Einträge zuzuordnen. Negative Beiträge bzw. Treffer von Namensvettern können dabei ausgeblendet werden. Dadurch bieten sich diese Dienste vor allem an wenn bereits eine eigene Online PR besteht, wenn man den Suchmaschinen also bereits bekannt ist. Ein Profil in sozialen Netzwerken ersetzen sie aus meiner Sicht allerdings noch nicht.

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