
Dieser zugegebenermaßen etwas reißerische Titel eines der Seminare der diesjährigen Real Estate Connect in San Francisco zeigt wohin sich das Internet und bestimmte Bereiche der Arbeitswelt bewegen.
Die Fragen die sich stellen:
Wer braucht ein Blog?
Wie funktioniert Bloggen für Unternehmen?
Was sollte man beim Bloggen beachten?
Wer braucht ein Blog?
Get social or die – das ist natürlich nicht für jede Person oder Firma wahr. Abhängig von der jeweiligen Branche kann ein Blog aber durchaus zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden. So wie private Blogger ihre Seiten dazu nutzen um eine eigene Online Reputation als Experte in einem bestimmten Gebiet zu etablieren, können auch Anwälte, Autoren, Journalisten oder Immobilienhändler ein Interesse daran haben eine Präsenz und eine Reputation mit Hilfe eines Blogs aufzubauen.
Blogs sind dabei das ideale Werkzeug um (potenzielle) Kunden über das Thema, die Services, die Produkte oder sogar die Personen eines Unternehmens zu informieren. Entscheidend ist, dass Sie etwas zu sagen haben und authentisch bleiben. Wie ein bekannter Blogger auf der Real Estate Connect treffend meinte: “If you have a crappy business a blog is not going to help” (”Wenn Sie eine miese Firma haben, wird ein Blog nicht helfen”).
Wie funktioniert Bloggen für Unternehmen?
Im Web 2.0 ist es nicht mehr ausreichend zu sagen, ich habe das beste Produkt, den besten Service etc. Offensichtliche Marketingstrategien schaden eher als sie nützen. Was mehr und mehr Menschen im Internet suchen ist Information, die als unverfälscht, authentisch und deshalb vertrauenswürdig wahrgenommen wird, frei von Werbebotschaften und kommerziellen Interessen. Das erklärt den Erfolg von Blogs. Wenn Peter, ein Typ wie du und ich, eine Digitalkamera empfiehlt, dann kann das auf die Kaufentscheidung vieler Menschen mehr Einfluss haben als die letzte Anzeige des Herstellers in der Morgenzeitung.
Das ist ebenso wahr für den Anwalt, der über seine Ansichten zum Arbeitsrecht bloggt. Vielleicht erreicht er viele hundert Leser jeden Tag, die den Blog wegen seiner guten und aktuellen Information schätzen. Wenn einer dieser Leser, der in derselben Stadt wohnt, einen Anwalt braucht, wen wird er anrufen? Oder wenn ein Verwandter des Lesers nach einer Empfehlung für einen Anwalt fragt, wen wird der Leser empfehlen?
Blogs sind viel Arbeit und kein Weg zu garantiertem Erfolg. Das beeindruckende am Bloggen ist es, dass es erlaubt eine Beziehung zu vielen potentiellen Kunden herzustellen ohne einen Cent für traditionelles Marketing auszugeben. Oft sind Blogger sich über die Präsenz der potentiellen Kunden in ihrer Leserschaft nicht einmal bewusst. Wenn jedoch ein Leser den Kontakt zu einem Blogger sucht, hat dieser potentielle Kunde bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und das Gefühl den Blogger zu kennen.
Ein Inmobilienhändler auf der Real Estate Connect hatte das Beispiel eines späteren Kunden, der in seiner ersten Email schrieb: ”Ich habe das Gefühl dich schon seit meiner Jugend zu kennen” – einfach nur, weil er über Monate hinweg den Blog des Immobilienhändlers über Miami gelesen hatte.
Um ihren eigenen Blog zu starten benutzen sie eine der vielen kostenlosen Plattformen, wie Blogger, Wordpress, Typepad oder Moveable Type um nur die Wichtigsten zu nennen. Wordpress gibt es auch als Open Source Variante, die sie auf einer eigenen Domain installieren können. Dabei sind meisten günstigen Hosting Provider, die PHP und MySQL bieten, ausreichend.
Was sollte man beim Bloggen beachten?
- Bevor sie mit ihren eigenen Blog starten: Lesen Sie andere Blogs in ihrem Themenbereich, informieren sie sich über aktuelle Diskussionen und kommentieren sie aktiv
- Bloggen Sie nicht anonym
- Bleiben Sie authentisch – wer ist der Mensch hinter ihrer Firma oder ihrer Service?
- Stellen Sie Verkaufsinteressen hinten an, nützliche Informationen für ihre Kunden stehen im Vordergrund
- Bieten Sie relevante und im besten Fall einmalige Informationen an
- Schrecken Sie nicht vor kontroversen Themen zurück und suchen sie die Diskussion
- Lernen Sie die Blogging Community in ihrem Themenbereich kennen
- Bloggen Sie lokal, wenn sie ein lokales Produkt verkaufen: “Hyperlocal blogging” hat zwar einen begrenzten Einzugsbereich, dafür erreichen Sie treffsicher ihre Zielgruppe. Für lokal begrenzte Themen erhöhen sie zudem ihre Chancen im Suchmaschinen Ranking zu erscheinen.
- Bloggen Sie transparent: Kontaktinformationen und ein Link zu ihrer kommerziellen Webseite sind ein Muss
- Wichtig: Sie sind eine Firma mit kommerziellen Interessen und brauchen das nicht zu verstecken – ihre Leser können zwischen ihnen als Individuum und ihrem Beruf oder Firma unterscheiden; alle müssen irgendwie Geld verdienen. Klar muss nur sein, dass ihr Blog kein Schaufenster für ihre Firma oder Dienstleistungen sein kann oder er wird scheitern. Ihre Leser wollen Peter, den Experten. Wer Peter, den Anwalt will, klickt auf den Link zur Kanzlei oder ruft an.

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