Ich bin heute auf einen sehr interessanten Artikel von Dan Zarella gestoßen, der sich mit der Bedeutung des wie er es nennt “Social Proofs” beschäftigt. Den Social Proof definiert er als die Glaubwürdigkeit einer Person, die sie durch die Zustimmung bzw. das Vertrauen anderer Personen erlangt. Diese Zustimmung erfolgt im Alltag beispielsweise über Empfehlungen von Freunden oder durch wichtige “Meinungsführer” (beispielsweise durch den Bericht in einer Zeitung o.ä.), sie kann aber auch virtuell erfolgen – auch hier durch persönliche Empfehlungen auf Social Media Plattformen oder ebenfalls durch anerkannt wichtige Internetseiten.
Die Etablierung eines Social Proofs veranschaulicht Zarrella wunderbar an verschiedenen Beispielen:
- Das Stradivari-Beispiel:
Die Washington Post hat 2007 ein Experiment mit einem der weltbesten Geiger durchgeführt, der auf einer Stradivari in einer U-Bahn Station gespielt hat. Trotz der offensichtlichen Qualität der Vorführung hat der Geiger gerade mal $32.17 eingenommen. Wieviel er bei einem entsprechend angekündigten Konzert eingenommen hätte, kann man sich vorstellen. Die mehr als 1000 Leute, die an diesem Tag die Musik gehört haben, haben den Geiger aber zwangsläufig als Straßenmusiker eingestuft. Ohne gesellschaftliche Bestätigung haben sie sein Talent nicht erkannt. - Das Restaurant-Beispiel:
Wer kennt es nicht – man ist in einer fremden Stadt unterwegs und überlegt sich welches Restaurant, welche Bar oder welchen Club man aufsuchen soll. Nur – woher soll man wissen wohin man gehen soll? Auch hier vertraut man auf seine Mitmenschen und wird am ehesten ein Restaurant aufsuchen, das gut besucht ist. Club-Besitzer nutzen diesen Effekt oftmals indem sie künstliche Warteschlangen entstehen lassen – je länger die Schlange ist, desto vermeintlich besser muss auch der Club sein. - Das Blog-Beispiel:
Wie im realen Leben versuchen Menschen auch im Internet Anhaltspunkte für die Vertrauensseligkeit und die Relevanz einer Quelle zu finden. Ein maßgeblicher Indikator ist dabei natürlich wie so oft Google: Was in den Suchergebnissen weit oben steht muss wichtig sein. In Bezug auf Blogs nennt Danzarella aber zwei weitere entscheidende Punkte, die die Relevanz eines Blogs ausmachen: Anzahl der Newsletter-Abonennten (falls vorhanden) und Anzahl der Kommentare. Je mehr Menschen sich bereits für ein Blog interessieren, desto vermeintlich wichtiger ist es.

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